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Seit wann bist du nicht mehr in Kremsmünster – und wie kam es zum „Homecoming“?Karin Dietachmayr: Beruflich und privat war ich viele Jahre hauptsächlich in Linz zu Hause – seit 2023 bin ich wieder mehr daheim in Kremsmünster. Ich wollte wieder aufs Land und näher an meine Familie. Statt eines Heimkommens auf einmal ist es eher ein langsames Wieder-Andocken: Schritt für Schritt knüpfe ich neue Fäden, erobere vertraute Wege wieder – und treffe nach und nach alte und neue Gesichter, die Kremsmünster für mich ausmachen.
Studium und beruflicher Werdegang – wie hat sich dein Weg entwickelt?Karin Dietachmayr: Begonnen hat alles bei der Firma Greiner, wo ich nach der Matura in den Finanzbereich eingestiegen bin. Dort habe ich fast fünf Jahre gearbeitet und nebenbei ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der JKU Linz begonnen.
1999 wechselte ich zur Energie AG Oberösterreich. Zuerst war ich auch hier im Finanzbereich tätig, nach einigen Jahren ging es für mich weiter in neue Aufgaben. Ich habe mich immer mehr damit beschäftigt, wie sich ein großes Unternehmen weiterentwickeln kann, wie man Abläufe verbessert und neue Ideen umsetzt.
Heute bin ich seit über 26 Jahren bei der Energie AG. In dieser Zeit durfte ich viele Veränderungen miterleben und mitgestalten. Besonders wichtig ist mir dabei eines: offen für Neues zu bleiben und den Mut zu haben, Dinge anders zu denken.
Seit Oktober 2023 leite ich den neu gegründeten Bereich für Innovation in der Energie AG. Meine Aufgabe ist es, neue Ideen zu fördern und gemeinsam mit vielen Kolleginnen und Kollegen an Lösungen für die Energiezukunft und Kreislaufwirtschaft zu arbeiten. Zusätzlich bin ich Geschäftsführerin der Wertstatt 8 GmbH, einem Tochterunternehmen der Energie AG, in dem wir neue Geschäftsideen entwickeln.
Neben meiner beruflichen Tätigkeit habe ich 2017 auch mein Doktorat abgeschlossen. In meiner wissenschaftlichen Arbeit habe ich mich damit beschäftigt, wie sich große Unternehmen erfolgreich verändern können – ein Thema, das mich bis heute begleitet.
Persönliches / Fakten – wer bist du „neben dem Job“?Karin Dietachmayr: Ich mag es, Dinge zu verbinden: Menschen, Perspektiven und „alte“ mit „neuer“ Welt. Und ich glaube sehr daran, dass Fortschritt und Lebensqualität zusammengehen müssen – gerade in Energie- und Umweltfragen. Ich lasse hier Worten auch Taten folgen und forciere die Energiewende und Klimaschutz auch bei mir zu Hause. Gesellschaftliche Entwicklungen interessieren mich sehr und so engagiere ich mich, wenn Zeit bleibt, auch für Geschlechtergerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Tiere und Artenvielfalt. Besonders wichtig ist mir auch meine Familie. Ich lebe mit meinen Eltern zusammen und bin stolze Tante und Großtante. Und ich liebe den Garten, auch wenn er viel Arbeit bedeutet.
Dein Beruf in einem Satz?Karin Dietachmayr: Head of Innovation, Energie AG Oberösterreich – und Geschäftsführerin der Wertstatt 8 GmbH: Ich koordiniere die Innovationsaktivitäten im Konzern und entwickle gemeinsam mit Teams und Partnern neue Lösungen und Geschäftsideen. Es geht darum, offen für Veränderungen zu sein, Neues auszuprobieren und den Menschen gute Energie zu geben.
Was ist Innovation – ganz einfach erklärt?Karin Dietachmayr: Innovation heißt für mich: aus echten Problemen neue, bessere Lösungen machen – so, dass sie im Alltag funktionieren und Nutzen stiften. Im Konzern heißt das auch: Aktivitäten bündeln, Kooperationen nutzen (z. B. mit Startups) und die passenden Innovationsstrukturen bauen – denn jedes Unternehmen muss diese für sich zuschneiden.
Innovative Lösungen der Energie AG: Was kann ich als Bürger:in davon brauchen?
„Paula“ (LINO Solutions): Ein digitales Assistenzsystem für sturzgefährdete Personen, das anhand von Routinen im Stromverbrauch ungewöhnliche Abweichungen erkennt. Bei Abweichungen erfolgt eine Rückfrage. Bleibt eine Rückmeldung aus, werden die hinterlegten Kontaktpersonen informiert.
„EnergieSparCoach“: Eine Anwendung für Kundinnen/Kunden der Energie AG, um den eigenen Stromverbrauch zu analysieren und gezielt zu optimieren. Aktuell kostenlos zu testen.
„E-Fairteiler“: Eine App + Ökostrom-Tarif, mit dem sich Menschen in Gruppen verbinden und regionalen Sonnenstrom transparent untereinander „teilen“ bzw. verrechnen können.
„ZUSA“: Eine KI-gestützte Nachhaltigkeitsplattform, die mit fundierten Informationen, Inspiration und kuratierten Angeboten dabei unterstützt, leichter nachhaltige Entscheidungen im Alltag und beim Einkaufen zu treffen.
Wenn du an das letzte Jahr denkst, worüber hast du dich besonders gefreut?Karin Dietachmayr: Da gab es ein paar Dinge, aber das persönliche Highlight war, als ich beim Publikumsvoting vom Startup-Medium brutkasten die Auszeichnung „Innovator of the Year“ in der Kategorie Unternehmensinnovation gewonnen habe und den Preis nach Oberösterreich in die Energie AG holen konnte. Eine große Anerkennung für unser Innovationsteam und alle engagierten Kolleg:innen im Konzern – Innovation ist schließlich keine One-Woman-Show, sondern Teamsport.
Heimat Kremsmünster – was bedeutet das für dich?Karin Dietachmayr: Heimat ist für mich Erdung und Energiequelle zugleich. Kremsmünster steht für Bodenständigkeit, Lebensqualität, Vielfalt, aber auch für eine große Offenheit gegenüber Neuem und Kultur. Das zeigt sich daran, dass wir die digitalste Gemeinde Österreichs sind, aber auch an außergewöhnlichen Kulturevents wie Figorama oder dem traditionsreichen Theater am Tötenhengst und dergleichen. Kremsmünster ist ein idealer Nährboden für Innovation. Von daher bin ich hier genau richtig.
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