Auslands-Kremsmünsterer: Gerald Englmair

Auslands-Kremsmünster Gerald Englmair

Gerald Englmair war bei seinem jüngsten Heimatbesuch auch am Gemeindeamt; v.l.n.r. Bürgermeisterin Dagmar Fetz-Lugmayr, Gerald Englmair, Amtsleiter Reinhard Haider. © Marktgemeinde Kremsmünster

Vor kurzem war Gerald Englmair wieder zu Besuch in seiner Heimatgemeinde Kremsmünster. Er lebt in Kopenhagen und arbeitet als Associate Professor an der Technischen Universität Dänemark (DTU). 

Gerald ist vor 10 Jahren aufgebrochen, um als Jungforscher sein Doktorrat an der DTU und an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking (Aufenthalt: 8 Monate) zu absolvieren. Ursprünglich als Agrar-Ingenieur tätig, besuchte Gerald die Fachhochschule (FH) Wels und studierte Öko-Energietechnik. Nach dem Masterstudium arbeitete er 2 Jahre am Welser Solar-Innovationscenter „AsiC“, welches sich als Sprungbrett für eine international wissenschaftliche Karriere herausstellen sollte.

Forschungsgebiet: Wärme- und Kältespeicher
Heute forscht Gerald an kompakten Wärme- und Kältespeichern, die beispielsweise einen flexiblen Betrieb von Wärmepumpen und Kältemaschinen ermöglichen, etwa für Serverraumkühlung oder solare Kühlung. Ziel ist es, mehr erneuerbare Energien wie Sonnen- und Windstrom über bestehende elektrische Netze nutzen zu können und Wärme bzw. Kühllastspitzen auszugleichen.

Dabei kommen sogenannte Phasenwechselmaterialien zum Einsatz, die bei bestimmten Temperaturen schmelzen/verfestigen und somit eine deutlich höhere Energiedichte als Wasser- oder Thermoöl bieten. Das spart Platz und Gewicht und bringt Kostenvorteile für Gebäude- und Industrieanwendungen. 

Einen öffentlichen Einblick in seine Arbeit gab Gerald 2022, als ihn Servus-TV in Dänemark besuchte. International teilt er seine Forschungsergebnisse unter anderem in Expertengruppen der Internationalen Energieagentur (IEA). Außerdem unterrichtet er Wärmepumpen, Solarenergie und Heizsysteme in Kopenhagen sowie am „Arctic Campus“ der DTU in Sisimiut, Grönland und ist Gastvortragender and der KTH in Stockholm.

Heimatverbundenheit
Trotz seiner internationalen Tätigkeit bleibt Gerald seiner Heimat verbunden. Er arbeitet mit österreichischen Forschern zusammen und verbringt seine Freizeit gerne in Kremsmünster, wo er fast 30 Jahre seinen Lebensmittelpunkt hatte. Als ehemaliges Mitglied der FF Irndorf, der Jugendfeuerwehr und der Katholischen Jugend pflegt er sein „Kremsmünsterer-Netzwerk“. Von 2009 bis 2015 war Gerald auch in der Gemeindepolitik aktiv, und hat sich vor allem im Umweltausschuss und bei Bürgerenergieprojekten eingebracht.

Besuche am Stammtisch oder bei Veranstaltungen wie dem Marktfest, der Mostkost oder dem Frühjahrskonzert des Musikvereins gehören für ihn bei jeder Österreich-Reise dazu. Auch mehrere internationale Gäste konnte er bereits von der Schönheit unseres Stiftsortes überzeugen.

Die Verbindung zu Kremsmünster sind natürlich Heimatbesuche bei den Eltern und Verwandten, die Gemeindenachrichten, die auch Kopenhagen erreichen, viele Freunde und: im Sommer das Schwimmen im Freibad.

Auf die Frage von Bürgermeisterin Dagmar Fetz-Lugmayr, ob auch die Gemeinde Kremsmünster von der Expertise des Auslands-Österreichers profitieren könnte, antwortete Gerald Englmair: „Gerne stehe ich meinem Heimatort zur Verfügung, online oder auch in Kremsmünster.

Fakten zu Gerald Englmair:

  • Sohn vom „Mauerbauer“ im Schacher
  • Forscht und lehrt an der DTU. Aktiv am Dänischen Zentrum für Energiespeicher
  • Kalundborg-Refinery Preis 2024 – Dänemark´s ältester Forschungspreis in der Technik
  • Sein Sohn Harald ist 6 Jahre alt
  • Hobbies: Windsurfen in Dänemark, Schifahren und Bergwandern in Österreich