20 Jahre Bühnenspielgruppe des Stiftsgymnasiums

20 Jahre Bühnenspielgruppe des Stiftsgymnasiums

Seit 1990 ist “IMPROGRAMM”, die Bühnenspielgruppe des Stiftsgymnasiums Kremsmünster aktiv. Bisher wurden 22 Stücke aus den unterschiedlichsten Genres im Theatersaal des Stiftes gespielt: Von Woody Allen bis Nestroy und Shakespeare reichte die Palette. Die Bühnenspielgruppe ist damit aus dem Gymnasium und aus dem Kulturleben von Kremsmünster nicht mehr wegzudenken.

Am Freitag, 12. März 2010 wird die Bühnenspielgruppe des Stiftsgymnasiums Kremsmünster ihre neueste Produktion präsentieren: “Die Menschenfresser” von Wolfgang Bauer. Premiere: Freitag, 12. März 2010. Weitere Termine: Sonntag, 14. März, Freitag, 19. März, Samstag, 20. März. Beginn jeweils 19.30, Theatersaal. Freiwillige Spenden erbeten.

Probenarbeit: Wieder einmal ist seit Schulbeginn viel zu tun gewesen: Die SchülerInnen und Schüler der Theatergruppe zum Teil in Eigenverantwortung die Probenarbeit umsichtig vorangetrieben. Schön langsam nimmt das Stück Gestalt an: Das Bühnenbild lässt uns noch zittern, wir sind aber zuversichtlich, es noch rechtzeitig auf die Bühne zu wuchten. Mittlerweile können die Schauspieler schon beinahe ihren Text auswendig, einzelne Slapstickszenen müssen intensiv geprobt werden. Gerätschaften werden auf die Bühnentauglichkeit überprüft, der Soundtrack muss hergestellt werden. Es bleibt noch viel zu tun, damit am Premierentag nichts schief geht: Das erfordert vom Regisseur Thomas Riedl viel Zeit und Energie. Dabei ist die Mitarbeit seiner Kollegin Doris Ebner unumgänglich.

Das Stück: “Die Menschenfresser” von Wolfgang Bauer Der 2005 früh verstorbene Grazer Autor Wolfgang Bauer wurde in den 60er Jahren im Forum Stadtpark als Vertreter der österreichischen Avantgarde bekannt. Unser Stück Die Menschenfresser stammt aus dieser Phase, es entstand 1963 und wurde 1967 uraufgeführt. Diese Komödie von Wolfgang Bauer erzählt die Geschichte einer Kannibalenfamilie, die mit dem Zug durch Kärnten nach Genf reist. Im Zug findet sich auch das eine oder andere appetitanregende Exemplar, dessen endgültige Aufbereitung als füllendes Mahl aber große Schwierigkeiten bereitet. Da die Interessen der beteiligten Personen allzu verschieden sind, erleben die Zuschauer sehr komische Szenen.

Ein absurdes Stück, jedoch mit gesellschaftspolitischem Hintergrund: Auch wenn es uns in Mitteleuropa völlig absurd erscheint, mit Menschenfressern in Kontakt zu kommen, so leben sie doch unter uns. Es sind jene "Menschenfresser" die das Leben anderer in physischer, wie auch in psychischer Hinsicht opfern, um ihren eigenen Vorteil daraus zu ziehen. Gerade heute gibt es in Österreich, politisch gesehen, sehr aktuelle Bezüge zu dieser Idee des Autors. Die Menschenfresser sind in den verschiedensten Erscheinungsformen präsent, wir erkennen sie allerdings nicht oder zu spät, weil sie nicht offensichtlich in Erscheinung treten. Oft tragen sie eine weiße Weste, die unsere Wahrnehmung blendet.

Ein Kritiker: Österreichs lustigster Trivialautor, Verfasser von Zeitdokumenten, Poet, Naturalist, gesellschaftskritischer Neorealist, Autor des absurden Dramas, – eben Magic Wolfi oder der Bürgerschreck.

21.02.2010

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